Schwule Mädchen, Lust auf Schweinereien – JEIN. Das sind so die Wortspiele, die junge Leute ansprechen. Zumindest wenn sie in stimmungsvollen Soundfiles daher kommen, wie eben bei FETTES BROT, sei es als lustige Provokation gegen bürgerliche Scheinmoral (Jein) oder stimmungsvolle Ironie über zwanghaften Medienkonsum (Bettina, zieh dir bitte etwas an).
Während Möchtegern-Gutmenschen des deutschen Pop die Umwelt akustisch mit schnulzig-schwülstigem Zuckerwerk belasten (à la Krieger des Lichts), gelingt es den BROTEN immer wieder, Gesellschaftskritik unprätentiös ihren zwischen Rock und Hip-Hop angesiedelten Liedern unterzuschieben – und damit glaubwürdig zu bleiben. Schönstes Beispiel: An Tagen wie diesen, ein Stück gegen die schleichende Militarisierung der Gesellschaft. Weiterlesen »
Margot Käßmann ist Rats-
vorsitzende der EKD1. Das Amt gilt als staatstragend und regierungskonform. Es wird außerdem erwartet, dass der Inhaber die Beschlüsse und Handlungen der jeweiligen Regierung wenn schon nicht kirchlich absegnet, so doch zumindest positiv kommentiert2. Käßmanns Vorgänger, Bischof Wolfgang Huber, hat sich während acht Jahren Afghanistan-Krieg stets ordentlich daran gehalten. Bischöfin Käßmann aber ist zu Weihnachten aus der konzertierten Harmonie von Politik und Kirche ausgestiegen. „Auch nach den weitesten Maßstäben der Evangelischen Kirche in Deutschland ist dieser Krieg so nicht zu rechtfertigen, deshalb muss die gewalttätige Auseinandersetzung möglichst rasch beendet werden“, sagte sie der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Seitdem sieht sich die fragil wirkende Theologin einem Dauer-Tsunami an erboster Kritik und Vorwürfen ausgesetzt. Eine große Tageszeitung bezeichnete das jetzt als kalten Krieg. Weiterlesen »
Evangelische Kirchen in Deutschland (EKD), Gemeinschaft von 22 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen. ↩
Vorausgesetzt, die Regierung wird von als etabliert und bürgerlich geltenden Parteien gebildet, also CDU, CSU, SPD und seit einiger Zeit auch Die Grünen ↩
Nach einer anstrengenden Busfahrt kamen wir gegen 12 Uhr in Schloss Schney in Bayern an. Gleich nach dem Mittagessen ging es auch schon mit unserem Planspiel POL&IS los. Der Jugendoffizier Herr Henkel und sein Kollege Herr Ollinger wiesen uns in das umfangreiche Planspiel ein.
Schüler der Jahrgangsstufe 13 beim Planspielen. Foto: privat
Vor der Auslosung der Minister durch die Regierungen wurde der General-
sekretär ernannt. Die Vertreter der Weltbank so wie die Weltpresse mussten bestimmt werden. In den ersten Stunden rauchten die Köpfe, denn es galt die für das Spiel wichtigen Wirtschaftsformulare der einzelnen Regionen auszufüllen, um sich so in die einzelnen Arbeitsbereiche einzuarbeiten. Danach eröffnete die Generalsekretärin die 1. Internationale Informationsversammlung und begrüßte alle anwesenden Länder, welche sich in Kurzvorträgen vorstellten. Weiterlesen »
Als ich 1964 in die Schule kam, erzählte meine Mutter öfters von der Zeit, als sie als Kind, statt zur Schule zu gehen, Bombenangriffe auf die Stadt beobachtete. Der ewigen Rennerei in den Keller überdrüssig, seien die Kinder bei Fliegeralarm oft heimlich oben in den Wohnungen geblieben, um sich am Anblick des in Strömen brennend vom Himmel ergießenden Phosphors zu vergnügen, den anglo-amerikansche Bomber Nacht für Nacht über der Stadt abwarfen1.
Hitler hätte sie auch einmal gesehen, als der im offenen Wagen durch die Stadt fuhr. Die Leute hätten hysterisch Heil Hitler gebrüllt, was den Teenager veranlasste, trotzig den Arm gerade NICHT zu heben und die Lippen stumm zusammenzupressen. Das alles lag 20 Jahre zurück, als ich in die Schule kam. Etwa genauso lange also, wie die deutsche Wiedervereinigung für unsere heutigen Schüler zurück liegt. Ist ihnen das „DAMALS“ der Wiedervereinigung genauso fern und entrückt, wie mir seinerzeit die Erzählungen der Mutter von Elend des Zweiten Weltkrieges? Weiterlesen »
Manchmal seien Phosphorbomben im eigenen Haus eingeschlagen. Dann sind die Kinder in die entsprechende Wohnung gerannt, haben die brennenden – und nicht löschbaren – fackelähnlichen Brandsätze am nicht brennenden Ende gepackt und aus dem Fenster geworfen und damit die Vernichtung des Wohnhauses verhindert. Einmal hätten sie auf diese Weise am Stück sieben Brandbomben in einem Raum entfernen müssen. Da sie außerdem ihrer Mutter (also meiner Oma) bei der Luftschutzwache zu helfen hatte, musste sie nach den Bombenangriffen oft durch die Straßen eilen, durch brennenden Schutt hindurch und vorbei an Toten und Sterbenden. ↩