Nov 19 2008
Buß- und Bettag in Jesberg – Ode an die Ehrlichkeit
Als in der Jesberger Kirche am Ende der Putz von der Decke rieselte und eine Energiesparlampe vor Schreck ihren Geist aufgab, war das kein warnendes Zeichen des Himmels sondern Ausdruck von Freude und Anerkennung der Schülerinnen und Schüler.
Randvolle Sitzreihen, vor allem mit Schülerinnen und Schülern aus Oberurff. (*)
Pfarrerin Monika Dieling hatte sich bei den Mitwirkenden der Feier zum Buß- und Bettag 2008 bedankt. Der daraufhin einsetzende Beifall und Jubel für Silke Heckert, Helga Stumpf (Gitarre und Gesang) und die Konfirmanden (Sketche) fiel so kraftvoll aus, dass es für das Gebälk des guten alten Kirchenschiffs doch etwas zu viel war. EHRLICHKEIT lautete das Motto des diesjährigen Buß- und Bettages. Pfarrerin Dieling stellte dazu vor allem Fragen vor die Besucher ihres randvollen Gotteshauses.
Die evangelische Kirche zu Jesberg am Buß- und Bettag 2008. (*)
Zum Beispiel, ob wir von uns selbst einen Gebrauchtwagen kaufen würden. Oder wie wir es generell im Alltag mit der Ehrlichkeit halten. Das Motto wurde heute in allen evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck verlesen und individuell präsentiert. Während Bischof Martin Hein bei der Vorstellung des Mottos vor der Presse den Bogen vor allem auch auf Politik und Wirtschaft ausgedehnt wissen wollte, stand in Jesberg die Frage im Vordergrund, wie es Jugendliche mit der Ehrlichkeit halten; aber auch Eltern und Erwachsene, die der Jugend eigentlich Vorbild sein sollten.
Pfarrerin Monika Dieling (*)
Das Fragenstellen und gleichzeitige Verzichten auf das Wackeln mit dem moralischen Zeigefinger hat Pfarrerin Dieling beeindruckend in Einklang gebracht. An zwei Stellen im Programm gab es dann nichts außer Minuten lang Stille, in denen die Leute SICH SELBST und GOTT zum Stand der eigenen Ehrlichkeit fragen konnten. Für die Schülermassen aus der nahen Christophorusschule eine besondere Herausforderung, die sie aber weitgehend mit Bravour bestanden.
Beifall und Jubel für Silke Eckardt und Helga Stumpf – v. li. (*)
Auf dem Nachhauseweg ließ es sich gut über die vielen Fragen sinnieren, etwa die zum Gebrauchtwagenverkauf. Im Volksmund heißt es dazu, man solle sein Auto GRUNDSÄTZLICH NIE an Freunde verkaufen. Das würde die Freundschaft gefährden. Denn – wenn es der Zufall (oder der sprichwörtliche Teufel) will – kann selbst bei einem werkstattgepflegten Wagen ausgerechnet nach dem Verkauf der Motor plötzlich ausfallen. Was dann tun? Bei aller Ehrlichkeit – Gottes Wege bleiben unergründlich.
(*) Text/Bild: Andreas Bubrowski
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| Zuletzt aktualisiert: 03.12.2008, 00:23 Uhr
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Ein toller Bericht!
Da finde ich es ja schon gleich wieder schade, dass ich im Gottesdienst in Niederurff und nicht in dem in Jesberg war! – Obwohl ich, bevor ich diesen Bericht gelesen habe, gedacht habe, dass es gar keinen besseren Gottesdienst, als den in Niederurff, geben kann! Am liebsten wäre ich ja in BEIDEN drin gewesen. Na ja, man kann eben nicht ALLES haben… ;)