Mai 03 2009

Besondere Berufe: Mangaka

Von Charlotte Kindl (Klasse Gy-8b/freie Online-Redakteurin1)

Was ist ein Mangaka?“ Diese Frage ist dir gerade durch den Kopf gegangen, nicht wahr? Kein Wunder, denn was ein Mangaka ist, wissen nur die wenigsten. Tatsache jedoch ist, dass sich die meisten schon mit diesem Thema indirekt auseinandergesetzt haben.

Charlotte Kindl, lolly, MangaArt © CJD-UPDATE/A. BubrowskiDie Autorin, selbst eine angehende Mangaka mit „lolly“ als künstlerischem Synonym, bei der Arbeit an einem Manga. (*)

Wenn man zum Beispiel an die Zeiten zurückdenkt, in denen man vielleicht im Kindergarten- oder Grundschulalter war und sich im Fernsehen Serien wie Dragonball, Pokémon oder Sailor Moon ansah, hat man die animierten Werke2 von einigen japanischen Manga-Autoren3 gesehen. Denn nichts anderes ist ein Mangaka – der Autor, oder Schöpfer, eines Mangas.

Großer Zeitdruck und eine Menge Anstrengung

Jedoch schreibt ein solcher Autor seine Werke nicht, sondern zeichnet sie. Dies geschieht unter großem Zeitdruck und mit einer Menge Anstrengung. Durchhaltevermögen ist ebenfalls von Vorteil, denn die meisten Mangaka brechen ihre frisch begonnenen Werke bereits nach den ersten Seiten ab. Respekt an jene also, die nach zirka 160 Seiten ihren Manga beendet haben und vielleicht sogar eine Fortsetzung anstreben.

Dragonball Folge 2

Wo kommt das Wort Mangaka her und was bedeutet es?

Wenn man die einzelnen japanischen Wörter, die in Mangaka (jap. 漫画家) enthalten sind, übersetzt, kommt man auf Comic Schöpfer (Manga 漫画 = japanischer Comic, -ka 家 = Schöpfer oder Macher). Wie man anhand der japanischen Schriftzeichen erkennen kann, stammt der Beruf aus Japan. Dort ist das Mangazeichnen studierbar.

Pokemon Movie 10 – The Rise Of Darkrai, Part 9

Und was ist mit dem Zeichnen von Mangas in Deutschland?

In Deutschland ist Mangaka leider noch kein offizieller Beruf, eher ein Hobby oder Nebenjob. Es gibt aber doch viele deutsche Mangaka die für Verlage wie Carlsen Comics hm.png arbeiten und in regelmäßigen Abständen Bände von eigenen Serien veröffentlichen. Dies fing aber erst nach dem großen Manga-Boom in 1997 an. Durch die Zeichentrickserie4 Dragonball begannen viele Fans den eigenartigen, neuen Zeichenstil zu imitieren und fertigten Fanzeichnungen an. Man wollte aber mehr als das und so entstanden erste eigene Werke, die man mit der Öffentlichkeit teilen wollte. Man schickte sie an einen Verlag und mit etwas Glück waren sie später in den Regalen von mancher Buchhandlung zu bewundern.

Sailor Moon – Folge 2 – Die Wahrsagerin (Part 1/2)

Wie entsteht ein Manga eigentlich?

Das Rezept von Idee bis zur Veröffentlichung eines Mangas (Ihr könnt euch ja, wenn ihr Lust habt, an einem eigenen kleinen Projekt versuchen):

MangaArt by lolly © CJD-UPDATE/Charlotte KindlMangArt by lolly5. Grafik:
CJD-UPDATE/Charlotte Kindl

  • Man nehme: Eine gute Tonne Zeichentalent, viel Papier, Rasterfolie, Fineliner (oder Tusche und Feder), Bleistifte, Radiergummis, Tipp-Ex und Durchhaltevermögen für eine ganze Fußballmannschaft.
  • Zunächst heißt es, eine Story auszuarbeiten. Dazu braucht man ein bisschen Kreativität, man kann sich aber natürlich auch inspirieren lassen. Man überlegt sich ein Genre, zum Beispiel Fantasy. Dann sollte man natürlich, und das ist ganz wichtig, interessante, verschiedene Charaktere zum Leben erwecken. Mithilfe der Charaktere lässt man einen Konflikt entstehen, dessen Verlauf man von Anfang bis Ende plant. Fertig ist auch schon das Storyboard.
  • Danach folgt die Planung der Handlungen in den einzelnen Kapiteln und man überlegt sich spannende Dialoge. Man sollte dabei darauf achten, dass die Personen ihrem Alter entsprechende Wörter gebrauchen. Das macht alles irgendwie glaubwürdiger und realer.
  • Wenn man also festgelegt hat, wer was wann sagt, wagt man sich ans Zeichnen. Hier kommen Bleistift, Radiergummi und Co. ins Spiel. Am besten ist es, sich eine Skizze zu machen, damit man hinterher immer noch editieren kann. Wenn ihr die Skizzen anfertigt, sollte man darauf achten, wie sich die einzelnen Szenen auf dem Papier verteilen. Die Bilder können sich überschneiden, Sprechblasen über die Ränder treten und und und… es sind keine Grenzen gesetzt.
  • Kleine Werkauswahl MangaArt by lolly (Charlotte Kindl) (*)

  • Wenn ihr das erledigt habt, solltet ihr natürlich auch auf den Ausdruck der Gefühle der Helden in eurem Manga achten. Es ist ein Merkmal für den japanischen Comic, dass die Figuren mit ihren Augen Gefühle wiedergeben (deshalb sind sie auch so groß!).
  • Checkt alles noch einmal gründlich durch bevor ihr euer Werk mit Fineliner (oder Tusche und Feder) nachzieht.
  • Wenn ihr wollt,  könnt ihr eure Werke wie die Profis mit Rasterfolie bekleben. Rasterfolie gibt es mit verschiedenen Mustern. Zum Beispiel mit Streifen und Punkten in helleren und dunkleren Tönen. Diese spezielle Folie ist aber auch ganz schön teuer und nur schwer aufzutreiben. Also besser ihr färbt und beschriftet eure Panels (das sind die Seiten eines Comics) mit einem Grafikprogramm am PC oder per Hand.

So entsteht Seite für Seite euer eigener kleiner, japanischer Comic. Viel Spaß!

(*) Teaser-Foto/Gestaltung: Andreas Bubrowski

  1. Freie Online-Redakteure: Schüler oder ehemalige Schüler, die in CJD-UPDATE eigenständig und regelmäßig ein bestimmtes Format bedienen OHNE aktiv Mitglied der Weblog AG zu sein.
  2. animiert; kommt aus dem Lateinischen animare und bedeutet zum Leben erwecken. Man animiert, indem man Folgen von Einzelbildern in immer leicht abweichenden Bewegungen am Computer so abspielt, dass es aussieht, als ob sich der Bildinhalt bewegt.
  3. Manga ist die japanische Bezeichnung für Comics. Man liest sie von rechts nach links (östliche Leserichtung).
  4. Zeichentrickserien wie Dragonball aus Japan werden Anime genannt.
  5. Der Anime-Charakter erinnert stark an die Gothic-Newcomerin KERLI. Siehe auch: März-Charts 2009.

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Übersicht der Artikel zur Serie

  1. Besondere Berufe: NETZMEISTER -
  2. Besondere Berufe: „Den Nippel durch die Lasche ziehen.“ -
  3. Besondere Berufe: Mangaka (This post) -

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken | Zuletzt aktualisiert: 22.05.2009, 13:28 Uhr


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3 Kommentare

3 Kommentare to “Besondere Berufe: Mangaka”

  1. ayay-97 Identicon Icon ayay-97am 17. September 2009 um 18:14 3

    ich find allein das sie das mit den schattierungen kann klasse wirklich und dass sie dazu auch noch so klasse zeichnet wirklich respekt daumen hoch

  2. S@ski@ Identicon Icon S@ski@am 2. Juni 2009 um 14:00 2

    Die Bilder sind alle total toll <3

  3. ayay-97 Identicon Icon ayay-97am 12. Mai 2009 um 13:47 1

    ich finde sie zeichnet super und ihr name ist lustig+cool!!!

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