TV-Tipp: Bob Marley - Live at Rainbow
16. Juli 2008
Bob Marley Pressefoto
© Universal Music
Wer sich nicht vom Schock erholen kann, dass die Sommerferien tatsächlich schon halb vorbei sind, kann nächsten Freitag etwas gegen den Ferien-Blues tun. Um 23.30 Uhr sendet arte einen Mitschnitt des Live-Auftritts von Kult-Sänger Bob Marley aus dem Jahr 1977 im berühmten Londoner Rainbow-Theater. Reggae ist je bekanntlich Lebenslust pur. Auch wenn man in Jamaika dabei gelegentlich mit gesetzlich unerlaubten Pflanzenprodukten nachhilft. Nach dem Konzert wird es allen Zusehern wieder leicht und beschwingt ums Herz sein – auch ohne zusätzliche Stimmungsaufheller.
Reggae ist unverändert ein angesagter Musikstil. Viele andere Stilrichtungen, wie Skaa, Grunch und selbst Hipp Hopp und Rap haben hier ihre Wurzeln. 1977 war Marley auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens. Es sollte nicht lange währen. 1981 ist er an Krebs gestorben, nachdem er übrigens in Deutschland bei einem umstrittenen Krebsarzt einen letzten Versuch unternommen hatte, seinem Schicksal zu entrinnen.
Auch nach 30 Jahren hat der zum Pop mutierte Reggae eines Bob Marley bei jungen Leuten nichts an Attraktivität eingebüßt. Das mag auch an Marleys Image als Revoluzzer und Bürgerschreck liegen. So engagierte sich der Künstler vehement für die Unterdrückten, vor allem in der dritten Welt. Er war aber auch Missionar einer exotischen Erlöserreligion mit Wurzeln in Äthiopien. Ein zwielichtiger Aspekt des ansonsten genialen Künstlers war dessen hemmungsloser Haschischkonsum, den er als Teil eines selbst bestimmten freien Lebens ansah. Wohin diese irrige Ansicht führt, kann man bei Interviews ehemaliger Musik-Kollegen Marleys sehen: Alle strenge Kiffer, sind sie ausgezehrt, sehen meistens 20 Jahre älter aus und können nur mit Mühe zusammenhängende Sätze aus den teils zahnlosen Mundhöhlen hervorbringen. Viel Haschisch macht nicht frei sondern das Hirn leer. Doch das ist erst seit Kurzem gesicherte Erkenntnis.
Übrigens: Marleys Hit-Klassiker, No Women No Cry, ist keine Machohymne sondern eine Anspielung auf die Unterdrückung der Frauen, vor allem in den Entwicklungsländern. (abu)
arte-Programminfo: Freitag, 18. Juli 2008, 23.30 Uhr
(Wiederholung: 28. Juli, 10 Uhr).
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Tags für diesen Beitrag: Ferien, Konzert, Musik, Pop, Punk, Sommerferien
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| Zuletzt aktualisiert: 16.07.2008, 18:39 Uhr
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