Jun 14 2007
Satanismus: Einfarbiger Protest als Lebensgefühl
Von Stefan Kunz (Klasse Re-10d)
Der Autor (Bild: Andreas Bubrowski)
Wenn sie einem begegnen, weiß man nicht so recht, was man von diesen dunklen Gestalten in langen schwarzen Ledermänteln und mit ausdruckslosem Blick halten soll. Da heutzutage jeder rumlaufen kann, wie ihm beliebt, kümmert man sich nicht weiter drum. Doch dann hört man plötzlich, dass diese Leute Satanisten wären. Das klingt merkwürdig schaurig und auch altmodisch. Und provoziert die Frage: Satanismus – was ist das eigentlich?
Im Satanismus wird nicht ein „Satan“ angebetet. Vielmehr geht es um eine Lebensphilosophie, nach dem Motto: Mach was dir gefällt. Das meist einfarbig dunkle Erscheinungsbild der Anhänger dieser Philosophie liegt daran, dass eine ganze Musikrichtung, nämlich der Metal, diese Lebensart widerspiegelt und man das Auftreten der Metal-Bands nachahmt.
Teufel – Machwerk des Menschen
(Foto: Pixelio.de)
Zu den prominenten Symbolen des Satanismus gehören die Zahl des Tieres im Neuen Testaments (6-6-6) sowie Kreuz und Pentagramm – jeweils umgedrehte. Die Symbole sollen provokativ eine – im Gegensatz zu christlichen Vorstellungen – hedonistische Lebenshaltung herausstellen. Im Grunde sind diese dunklen Gestalten recht friedlich, doch neigen sie zu aggressiven Ausbrüchen. Auch gegen sich selbst. Wer schon mal ein Slayer- Konzert gesehen hat, kennt das – eine riesige Menschenmenge, die sich im Rausch der Musik herumschubst und prügelt.
Für die jungen „Satanisten“ ist ihr Auftreten vor allem eine Protesthaltung. Es ist nicht einfach heutzutage, provokant als Bürgerschreck aufzufallen. Indem sie die archaischen christlichen Symbole offen umgedreht benutzen, gelingt ihnen das aber teilweise. Wogegen richtet sich der Protest? Vordergründig gegen „Kirche und Gesellschaft“. Doch das ist eher diffus. Es mag weniger der Protest GEGEN etwas, als das PROTESTIEREN selbst wichtig sein.
Die meisten „Satanisten“ sind einfach nur Fans der entsprechenden Musikstile. Und wie andere Jugendliche auch, versuchen sie ihr Lebensgefühl über ihre dunklen Klamotten zum Ausdruck zu bringen. Die Farbe schwarz und die ausdruckslose Mimik sind Teil eines schwermütigen und depressiven Lebensgefühls.
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| Zuletzt aktualisiert: 28.06.2008, 19:00 Uhr
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2 Kommentare to “Satanismus: Einfarbiger Protest als Lebensgefühl”
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Schnickschnack IST – etwas als Schnickschnack zu bezeichnen, nur weil man es entweder nicht versteht oder einfach anderer Ansicht ist. Wir Alten werden uns damit abfinden müssen, dass UNSERE Kids sich mit Dingen beschäftigen, die uns eher suspekt erscheinen. Wir sollten sie deswegen aber nicht verunglimpfen oder herabwürdigen.
Hi,
wieso schreiben Leute, die eine solche Lebenseinstellung haben, einen solch belanglosen und oberflächlichen Schnickschnack?