Dez 16 2005

Glaubwürdigkeit: Mittel zum Zweck?

(Abb.: CJD-Update)

Sind die Erwachsenen für Heranwachsende glaubwürdig? Also Vorbild? Blogger von CJD-Update beobachten mit einem kritischen Blick die „Vorbilder“ in der Politik. F-B (G-10) hat das „Wahlverhalten“ von Schröder, Merkel und Co. unter die Lupe genommen.

(Abb.: MS-ClipArt)

Glaubwürdigkeit – ein Mittel zum Zweck? In der Politik leider schon. Immer dann, wenn es um kostbare Wählerstimmen geht, versuchen Parteien und Gruppierungen Glaubwürdigkeit zu suggerieren. Teils mit haarsträubenden („960 Euro Mindestlohn für alle“) oder plumpen Formulierungen („Vertrauen Sie uns - Wir sind Besser“).

Egal welche Partei dann stärkste wird, der Wahlausgang ist stets der gleiche: Die Versprechungen sind entweder zu teuer, nicht mehr zeitgemäß oder aufgrund der aktuellen Lage nicht mehr praktikabel. Steht dann wieder eine Wahl vor der Tür, geht es von vorne los. Neue Versprechen - Suggestion neuer Glaubwürdigkeit.

Bei der letzten Bundestagswahl war der einen Seite die „Mehr-Mehrwertsteuer“ der anderen die Ausgeburt der Hölle. Dasselbe, nur mit umgekehrter Parteienzuordnung, bei der Reichensteuer.

Nach der Wahl ist Schluss mit Dämonisierung. Dann passt plötzlich zusammen, was gerade noch als verkörperter Widerspruch zum jeweils eigenen Wahlprogramm galt. Die kleinen Parteien sind nicht mehr dabei. Die beiden großen strecken ihre Fühler aus, signalisieren Gesprächsbereitschaft. Das, was vorher abgelehnt wurde, ist auf einmal notwendig und schon längst an der Zeit. Ein klarer Fall für über Bord gegangene Glaubwürdigkeit.

Wie schön wäre es, wenn statt Populismus echte Glaubwürdigkeit wieder (oder war sie es überhaupt je?) in der Politik heimisch werden könnte! (F-B)

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Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken | Zuletzt aktualisiert: 26.05.2007, 09:54 Uhr


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4 Kommentare

4 Kommentare to “Glaubwürdigkeit: Mittel zum Zweck?”

  1. GPL_TUX Identicon Icon GPL_TUXam 19. Dezember 2005 um 14:48 4

    Ich finde es auch nicht gut das der Kassenwart gewählt wurde, meiner Meinung nach solten die IM’s von sich aus sagen dsa sie nicht mehr politisch aktiv werden weil es der Partei an sich schadet. Das Problem mit den Mitgliedern in Meck-Pom ist das gleiche wie in Berlin, die Landesregirung ist dazu verpflichtet Bundesgestze durchzuführen, wenn das nun mal neoliberale wie z.B. Hartz 4 vorgesetzt bekommt kann man ziemlich wenig dagegen machen.

  2. Wukung Identicon Icon Wukungam 17. Dezember 2005 um 13:43 3

    Klar, dass unverbrauchte Parteien, Namen und Gesichter Hoffnung machen. Siehe Joseph Martin (”Joschka”) Fischer. Wie fanden wir das damals cool. Mit Turnschuhen im Landtag den Eid ablegen. Und wie illusorisch hat sich das doch entpuppt. Zur PDS-Hoffnung: Hast du mitbekommen, dass der gewählte Kassenwart der PDS ein aktiver und noch heute bekennender (!) Stasi-Spitzel war? In Meck-Pom haben sich PDS-Minister inzwischen so stark mit dem Neoliberalismus eingelassen, dass die Parteibasis wegläuft. Sicher objektive Aspekte, die nicht für diese Partei sprechen. Andererseits: Vielleicht ist das große Koalieren gar kein schlechter Weg. Zumindest wird es keinen Personenkult wie zuletzt mit Schröder geben. Und man wird auch aufhören, eigene Versäumnisse dem politischen Gegner anzulasten.

  3. GPL_TUX Identicon Icon GPL_TUXam 17. Dezember 2005 um 12:30 2

    Meiner Meinung nach ist nicht alles wahr was da oben steht, das Problem liegt darin das die Volksparteien viel zu gleich sind. Wenn man wirklich etwas ändern will dann muss man sich überlegen ob man es so gut findet wie es ist und weiter die Parteien wählt die einen ausnutzen oder ob man jetzt z.B. der Linkspartei.PDS seine Stimme gibt.

  4. Wukung Identicon Icon Wukungam 16. Dezember 2005 um 18:27 1

    Stichwort “Kostbare Wählerstimmen”: Das ist wörtlich zu verstehen. Das deutsche Wahlgesetz schreibt eine Wahlkampfkosten-Erstattung aus Steuergeldern vor. Das ermöglicht z. B. der SPD Kugelscheiber und Luftballons, der CDU Anti-Links-Schriften und der FDP rote Rosen freizügig unter das Volk zu streuen (von mir seinerzeit am Samstag vor der Bundestagswahl in HD beobachtet). Die heutige NPD hat sich übrigens im Wesentlichen aus den im Osten erzielten Stimmenzuwächsen von ihrem drohenden finanziellen und organisatorischen Ruin retten können. Denn die Kosten-Erstattungen orientieren sich an der Zahl gültiger Wählerstimmen.

    Details: Parteienfinanzierung

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