Jun 12 2005
Neue Browser: Surfen ist out - Surfen-lassen in
Neustadt (Hessen) - Wer bisher wissen wollte, was sich auf seinen Lieblings-Webseiten tut oder nicht tut, musste diese wiederholt aufrufen, sich die Navigationspfade entlang klicken, neue Beiträge suchen, finden, lesen und auf ihre Verwertbarkeit prüfen, bevor er sich zur nächsten Seite aufmachen konnte.

RSS („Rich Site Summary“ oder „Really Simple Syndication“), ein plattform-neutrales Dateiformat, macht das alles weitgehend automatisch. Neuigkeiten auf einer Website müssen nicht mehr gesucht werden. Sie kommen auf den Sucher zu. Wer einen RSS-fähigen Browser hat, zum Beispiel Firefox oder Safari (Mac), kann sich die Technik folgendermaßen nutzbar machen:

Nehmen wir an, du möchtest, wann immer es dir beliebt, wissen, was es seit der letzten Recherche bei den Nachrichtenportalen von zum Beispiel Spiegel, Focus, Süddeutsche und HNA Neues gibt. Außerdem interessiert dich das aktuelle Geschehen bei deiner Lieblings-Band „Fettes Brot“. Nicht zu vergessen der private Internetauftritt einer Freundin und das Info-Portal der Schule deines Patenkindes, einem Legastheniker, der im fernen Oberurff zur Schule geht.
Du prüfst zunächst, ob die betreffenden Seiten schon ein RSS-Feed anbieten. Das ist die Fähigkeit einer Website, Informationen RSS-kompatibel darzustellen und zu versenden. Das zu erkennen, ist ganz einfach. Denn wenn eine Seite dem Format entspricht, erscheint im Browser ein kleines gelbes (oder auch blaues) Rechteck mit den Initialen RSS. Oder, wie bei Firefox, unten rechts dieses Symbol:
. Ist das nicht der Fall, muss die betreffende Seite weiterhin „zu Fuß“ aufgesucht werden. Oder dein Browser ist nicht zeitgemäß!
Tauchen hingegen die drei magischen Buchstaben oder das erwähnte Symbol bei Firefox auf, kannst du damit beginnen, deine ganz private Tagesschau einzurichten. Dazu klickst du einfach auf das gelbe (blaue) Rechteck. Das RSS-Feed der betreffenden Seite öffnet sich in einem eigenen Fenster. Die aktuellen News erscheinen in strukturierter Form, ohne jeden Gestaltungsballast. Die URL dieser Seite kopierst du dir in die empfangende und lesende RSS-Komponente deines Browsers, den RSS-Reader. Bei Spiegel Online wäre das zum Beispiel folgende Adresse:
feed://www.spiegel.de/schlagzeilen/rss/index.xml
Das RSS-Feed des Weblogs der Christophorusschule Oberurff, CJD-Update, hat diese Adresse:
feed://www.onlzoberurff.info/feed/atom/
Fertig. Dasselbe Vorgehen nun bei den anderen Seiten. Ist dein Browser mit den entsprechenden Adressen gefüttert, muss noch festgelegt werden, in welchem Rhythmus (alle halbe Stunde, täglich, wöchentlich usw.) das Neueste herbeigeschafft werden soll. Außerdem, in welcher Farbe die Beiträge gekennzeichnet und wann sie wieder gelöscht werden sollen.
Von jetzt an reicht ein kurzer Blick in die Lesezeichen-(Bookmark-)Leiste. Ein Klick auf den entsprechenden Feed, zum Beispiel von spiegel.de, liefert alles Neue im stichwortartigen Überblick. Ein weiterer Klick auf einen der Einträge, und der ganze Artikel wird herbeigeholt. Alles sehr komfortabel und effektiv.
Wer bei den obigen Links jedoch nichts - außer der Information “Keine gültige Adresse / URL” - erhält, hat entweder einen alten oder nicht richtig konfigurierten (s. “Systemeinstellungen”
Browser im Einsatz. Folgende Darstellung sollte etwa erscheinen:
(RSS-Feed von SPIEGEL-online vom 15. Juli 2005 - Auszug)
RSS-Feeds bieten faktisch alle Nachrichtenportale von Rang und Namen an. Aber auch Firmen, Organisationen und Privatpersonen nutzen die neue Technik. Für diejenigen, die weiter „wie-bisher“ surfen, bleiben Links wie der obige leblose Zeichenketten. Für alle anderen eröffnet sich eine neue Form der Informationsbeschaffung und Kommunikation.
Die für 2006 angekündigte neue Generation des MS „Internet Explorer“ soll übrigens ebenfalls einen RSS-Reader besitzen. Jetzt noch einen Browser OHNE RSS-Option zu benutzen ist etwa so, als ob man beim Übergang vom schwarz-weiß zum farbigen TV weiterhin einen Schwarz-Weiss-Fernseher benutzen würde. Eine ganze Dimension der Wahrnehmung geht verloren. Ist dein Broser RSS-fit? Dann müsstest du beim Lesen dieser Seite irgendwo ein oranges oder blaues RSS-Symbol finden. Ist das nicht der Fall, schmeiss ihn am besten weg. Er ist nicht zeitgemäß. Wir empfehlen den Open-Source-Browser Firefox. Nur wenige Handgriffe und du bist in der IT-Zukunft angekommen.
Hier kommst du zum Download: 
(Wukung)
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| Zuletzt aktualisiert: 05.10.2005, 19:55 Uhr
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